Warum weichen die tatsächlichen Kraftstoffverbräuche von denen der Herstellerangabe ab?


Diesen Hinweis (oder vergleichbar) liest man, wenn man dem Sternchen hinter der Verbrauchsangabe im Verkaufsprospekt oder im Internet folgt:

„Die angegebenen Werte wurden nach den vorgeschriebenen Messverfahren (RL 80/1268/EWG in der gegenwärtig geltenden Fassung) ermittelt.“

Die Richtlinie 80/1268/EWG ist ein festgelegter Fahrzyklus, der europaweit gilt. Durch die simulierte Fahrt auf einem Rollenprüfstand wird der Verbrauch eines Fahrzeugs im Mix (Stadt bis 50 km/h, Landstraße/Autobahn bis 120 km/h) ermittelt. Diese genormten Tests werden von jedem Hersteller in geprüften Labors, durch das Kraftfahrt-Bundesamt durchgeführt. In einem 194-seitigen Dokument ist das gesamte Messverfahren ausführlich beschrieben und vorgegeben. Hier ein paar Auszüge: das Fahrzeug muss sauber sein, je nach Typ bereits 3.000 oder 15.000 km gelaufen (eingefahren) sein, das Profil der Reifen darf nur zwischen 90 und 50 % stark sein, im Tank dürfen sich maximal 15 Liter Kraftstoff befinden, Verbraucher wie Licht, Radio und Klimaanlage sind aus und alle Fenster sind stets geschlossen. So präpariert werden 11x 6 km nach fest vorgeschriebenen Beschleunigungs-, Schalt-, Roll-, Verzögerungszyklen gefahren. Der Fahrzyklus dauert knappe 20 Minuten.

Laut ADAC sind die angegeben Messwerte jedoch um bis zu 25% zu optimistisch angegeben – das wären bei vier gemessenen Litern ein ganzer Liter mehr.

Weitere Informationen: EUR-Lex, Wikipedia, DAT


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