Post vom Finanzamt sorgt für Steuerschock


Ich glaubte mich wirklich verlesen zu haben, doch nach dem dritten Blick aufs Papier änderte sich die Zahl noch nicht. Heute habe ich ein Schreiben vom Finanzamt aus dem Briefkasten gefischt, in dem die KFZ-Steuer für meinen neuen Polo BlueMotion festgesetzt wurde. Die wollen tatsächlich 231,- € für die nächsten 12 Monate haben.

Wieso wird hier so „abgezockt“? Mein 60 PS Lupo mit Euro-4-Benzin-Aggregat sah in puncto Umweltbilanz so aus:

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 6,2 l/100km
Kraftstoffverbrauch innerorts: 8,5 l/100km
Kraftstoffverbrauch außerorts: 4,9 l/100km
CO2-Emissionen kombiniert: 149 g/km

…für den habe ich 101,- € im Jahr gezahlt. Berechnungsgrundlage: 1.390 cm³ (6,75 € pro 100 cm³).

Mit dem Polo BlueMotion (Euro-4, 5L, Diesel inkl. Werks-DPF) und seinen vorbildlichen Daten: 

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 3,8 l/100km
Kraftstoffverbrauch innerorts: 4,9 l/100km
Kraftstoffverbrauch außerorts: 3,2 l/100km
CO2-Emissionen kombiniert: 99 g/km

…soll ich nun 231,- € bezahlen? Berechnungsgrundlage: 1.422 cm³ (15,44 € pro 100 cm³).

Will der Staat auf diese Weise das Geld, das ihm durch den günstigeren Dieselkraftstoff entgeht, wieder reinholen? Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich das Auto natürlich trotzdem gekauft, nur bin ich als langjähriger „Benzin-Fahrer“ nun doch echt überrascht. Wurde vor einiger Zeit nicht noch anders gerechnet? Die „geplanten“ Steuererleichterungen für Besitzer von Spritsparern sind scheinbar auch noch in weiter Ferne.


7 Antworten zu “Post vom Finanzamt sorgt für Steuerschock”

  1. Hallo,
    Diesel werden doch steuerlich schon länger bestraft. Hast Du Dich da vorher nicht informiert? Dass davon der Bluemo nicht ausgenommen ist, hat mich auch ein bisschen gewundert, aber die Zeiten sind wohl vorbei. In ein paar Jahren zählt das Auto eh als Dreckschleuder und unser Staat wird Dir nahelegen, doch wegen der Umwelt einfach ein neues Auto zu kaufen. Dabei ist umweltmäßig betrachtet ein Neuwagen eine totale Belastung, denn der Spritverbrauch macht in der Gesamtenergiebilanz (Herstellung des Autos, Gewinnung der Rohstoffe usw. eingerechnet) nur etwa ein Viertel aus. Wenn ich mich recht erinnere, schriebst Du aber von einer hohen Jahresfahrleistung. Da wird sich das schon rechnen mit dem Bluemo!
    Gruß und gute Fahrt,
    Uwe (unterwegs im 3er Golf Ex-Ecomatic)

  2. Ich hatte vor einiger Zeit mal irgendwo online den Vergleich KFZ-Steuer bei Benziner und bei Diesel gemacht, da war kein Unterschied zu sehen. Entweder war der Kalkulator einfach schlecht oder es hat sich zwischenzeitlich etwas geändert.
    Nun bin ich natürlich schlauer – vielleicht hilft meine Erfahrung anderen ein wenig weiter. Das nächste Mal wird vorher geprüft.

    Gruß Tom

  3. So sind z.Zt. leider die Regeln. Bei Diesel ca. 20 cent / Liter weniger Mineralölsteuer, um den Güterverkehr zu entlasten. Dafür sind die Steuerfixkosten höher.

    Dass die 20 cent / Liter effektiv zu Hälfe wieder vom höheren Nettopreis des Dieselkraftstoff geschluckt wird, Tendenz steigend, steht auf einem anderen Blatt…

    Was Uwe schreibt, stimmt genau. Wie bei meinem Peugot 205 Diesel in der 90er-Jahren. Zu Anfang steuerbefreit, nach 10 Jahren mit 1.400 DM / Jahr Stinker-Steuer gebrandtmarkt.

    Planungsicherheit hat man sowieso nicht mehr. Vielleicht ist in 3 Jahren Diesel effektiv 20-30 Cent teuer als Benzin und der Spritsparvorteil des Bluemotion ist kompensiert. So unwahrscheinlich ist das gar nicht, leider.

    Gruß,
    SuppersReady

  4. Ein guter Einwand. Es kann gut sein, dass das FA den Monat Januar noch hinzugerechnet hat. Die Abmeldung ist ja erst Anfang Februar erfolgt.

  5. Die Steuersätze kann man hier z.B. nachlesen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftfahrzeugsteuer_%28Deutschland%29#Personenkraftwagen
    Also 15,44 pro angefangenen 100ccm. Aber das sollte nicht schocken. Was man durch den niedrigeren Verbrauch spart, gleicht das bei Weitem wieder aus. Es sei denn, man fährt so wenig, dass sich ein Auto sowieso nicht lohnt.
    Bsp: Verbrauch Benziner 8l/100km, BM 4l/100km, Preis 1,49€ ==> nach ca. 1600km hat man’s wieder raus. Und bei weniger als 1600 km / Jahr würde ich echt kein Auto kaufen.

    Ist natürlich trotzdem ne Sauerei, dass die weniger verbrauchenden Diesler ausgesaugt werden, nebenbei inzwischen ja auch beim Spritpreis. Das ist bestimmt keine „Öko“-Steuer.

    Gruß
    Bernd

  6. Ihr glaubt nicht,was das Finanzamt mit uns gemacht hat.
    Im Januar 2008 kam ein Brief vom Finanzamt ins Haus,wir
    sollen unsere Steuer für 2007 noch machen.
    Das machten wir auch brav,wie es sich für brave Eheleute
    gehört.
    Natürlich die gemeinsame Veranlagung.
    Darauf kam ein Bescheid von einer Nachzahlung von
    319,00 Euro ins Haus.Diese Summe überweiste ich auf zwei mal,da mann in der heutigen Zeit ja auch nicht die Hunderter
    im Garten vergraben hat.
    Da ich aus meiner alten Ehe noch im Insolvenzverfahren bin,hat sich meine liebe Treuhänderin beim Finanzamt beschwert und so lange herumgemacht,bis die Steuer
    vom Finanzamt neu und getrennt veranlagt gemacht wurde.
    Jetzt am Wochenende traf uns der Schlag.Wir bekamen vom Finanzamt einen Brief mit einem Bescheid einer Nachzahlung über 5000,00 Euro.Da geht mann das ganze Leben arbeiten zahlt seine Steuern und dann macht uns der liebe Vater Staat auf unseren letzten arbeitjahre alles,aber auch alles nieder.
    Der Brief hat uns das Genick gebrochen und wir wissen nicht,wie es weitergehen soll.

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